So hängt die Zukunft der Wälder mit dem Papierverbrauch zusammen

Die Wälder lösen sich immer mehr auf.
Die Wälder lösen sich immer mehr auf.

Zeitungen, Verpackungen, Toilettenpapier, Küchentücher, Geschenkpapier: Rund 19 Millionen Tonnen Papier verbrauchen alle in Deutschland jährlich. Das ist mehr, als alle Menschen in Afrika und Südamerika zusammen verwenden. Dies ist auch ein Treiber für die starke Abholzung der Wälder.

Nach einer Studie der “Association for Information and Image Management” und nach Aussagen des WWF steigt der Papierbedarf sogar noch weiter an – und das trotz wegen des Computerzeitalters. Das nämlich fördert den Papierverbrauch, denn der Versandhandel boomt und die Artikel werden reichlich in Kartons und Papier verpackt: 7,7 Millionen Tonnen kommen so jährlich zusammen. Auch der beliebte “Kaffee to Go” schlägt sich in der Bilanz deutlich nieder – mit rund sechs Milliarden Pappbechern. Und würde man alle DIN A 4-Blätter, die in Deutschland pro Jahr verwendet werden, auf einen Güterzug laden, hätte der eine Länge von ganzen 600 Kilometern. Das ist ganz schön viel wenn man sich mal Gedanken darüber macht.

Kurz und knapp – die Fakten zum Papierverbrauch:

  • Deutschland ist der viertgrößte Papierproduzent der Welt nach den USA, China und Japan.
  • Deutschland ist der zweitgrößte Papierimporteur und der zweitgrößte Zellstoffimporteur der Welt nach den USA. Lieferanten sind Finnland und Schweden, aber auch Länder wie Russland, Brasilien und Indonesien, in denen auch Urwälder zur Holzgewinnung geschlagen werden.
  • Kaum ein Land sammelt mehr Altpapier als Deutschland.

Vor allem die Industriestaaten konsumieren viel Papier. Das Holz dafür kommt aus Wäldern rund um den Globus. Fast jeder zweite industriell geschlagene Baum fällt für die Papierproduktion.

Problematisch ist die Papierproduktion deshalb, weil die Baumplantagen zur Holzgewinnung meist nicht umweltfreundlich sind. Sie verbrauchen große Flächen Land, zudem werden oft Monokulturenangepflanzt, die die Böden auslaugen und mehr Pestizide und Düngereinsatz notwendig machen. Daneben verbraucht die Papierproduktion auch viel Wasser und Energie: Um 100 kg Papier aus Holz zu erhalten, braucht es 110 kg CO2, 300 kg Holz, 5000 Liter Wasser und 1.000 Kilowattstunden Energie. Recyclingpapier ist dagegen deutlich umweltschonender: Es setzt 90 kg CO2 frei, braucht 110 kg Altpapier, 2.000 Liter Wasser und 400 Kilowattstunden Energie. Die Zukunft der Wälder hängt mit dem Papierverbrauch zusammen!

Wie können wir aktiv nachhaltiger handeln und den Papierverbrauch reduzieren?

Im Büro:

  • Recyclingpapier verwenden: bei Druck- und Kopierpapier, bei Toilettenpapier oder Küchenrolle. Hier auf das Blauer-Engel-Siegel achten.
  • Dünneres Papier verwenden
  • Auf das FSC-Logo achten: Das internationale Siegel zertifiziert Frischfaserpapiere und stellt sicher, dass das Produkt aus Wäldern stammt, die nach anspruchsvollen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden.
  • Druckgewohnheiten ändern: Nur wirklich wichtige Texte ausdrucken und nicht etwa solche, die nur ein einziges Mal gelesen werden. Dokumente am Bildschirm korrigieren und in der Druckvorschau vor dem Drucken überprüfen. Beidseitiges Bedrucken bzw. Kopieren halbiert den Papierverbrauch. Kopien oder Ausdrucke nicht im Voraus auf Verdacht machen, sondern stets nach Bedarf.
  • Kopiervorlagen sollten überprüft und optimiert werden.
  • Dokumente sollten nur einmal abgelegt und ggf. durch Querverweise organisiert werden.
  • Papier mehrfach nutzen: Alte, einseitige Ausdrucke können als Schmierpapier oder Notizzettel weiterverwendet werden.
  • Papierlose Meetings: Info-Material muss nicht für jeden Teilnehmer ausgedruckt werden. Das Material kann vorher als PDF oder PowerPoint zugeschickt und während des Meetings auf Laptops, Tablets oder Smartphones eingesehen werden.
  • Zeitungs- oder Zeitschriftenabos können mit Kollegen ausgetauscht werden.
  • Überflüssige Kataloge abbestellen.
  • Kaffeefilter können durch Dauerfilter aus Metall (“Goldfilter”) oder Baumwollfilter aus dem Teehaus ersetzt werden.
  • Waschbare Küchentücher ersetzen die Küchenrolle.
  • Bewusstsein fürs Papiersparen schaffen, etwa durch zusätzliche Hinweise in Mails, vor Meetings oder beim nächsten Team-Event.
  • Keine Notizzettel /PostIts nutzen, sondern einmalig ein Blatt laminieren und mit einem abwischbaren Folienstift darauf schreiben.

Zu Hause:

  • Weniger online bestellen: Warum nicht einfach mit dem Rad in die Stadt fahren und dort einkaufen?
  • Kreativ Weiterverwenden: Bunt bemaltes Zeitungspapier ist ein perfektes Geschenkpapier.
  • Getränkekartons verbrauchen unnötig Papier und sind schwer zu recyceln. Besser Mehrwegflaschen kaufen.
  • Auf wiederverwendbare Alternativen ausweichen: Brotdosen statt Papiertüten, Kaffeetassen statt Pappbecher.
  • Stoff statt Papier 1: Zehn waschbare Stofftaschentücher ersetzen rund 3000 Papiertaschentücher pro Jahr. Sie genügen – es sei denn man ist extrem erkältet.
  • Stoff statt Papier 2: Statt Wegwerfwindeln können waschbare Stoffwindeln verwendet werden. 50 Stoffwindeln vermeiden pro Jahr rund 4600 Wegwerfwindeln.
  • Imbissbuden bzw. Fastfood-Ketten vermeiden, die Wegwerfverpackungen verwenden.
  • Weniger Papierhandtücher in öffentlichen Toiletten verwenden: Wer die Hände nach dem Händewaschen gut ausschüttelt, kommt problemlos mit einem einzigen Papierhandtuch aus.

Franzii, Manja

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